Studien.zur.Sehnsucht
Studies.for.Longing/Seeing

automated.reaktive.installations
dimensions.variabel

Studie zur Sehnsucht [Enschede] 2011
Studie.zur.Sehnsucht[Ghent].2010
Studie.zur.Sehnsucht[Kopenhagen].2009
Studie.zur.Sehnsucht[Chur].2009
Studie.zur.Sehnsucht[Malmö].2008
Studie.zur.Sehnsucht[Bregenz].2008
Studie.zur.Sehnsucht.[Köln].2007


Studie zur Sehnsucht [Kopenhagen] at Rethink the Implicit, videodocumentation 2009
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Foto: Thijs de Lange, Studie zur Sehnsucht [Enschede] 21rozendaal, Enschede
Studien zur Sehnsucht

sind raumbezogene, reaktive Installationen, kinetische Skulpturen und pseudo-wissenschaftliche Landschaftssimulationen - Sehnsuchtsmaschinen - die Berg- und Bodenformationen als Projektionsflächen der menschlichen Wahrnehmung erforschen.

Die Studien fragen danach, wie unsere Interpretation der Umwelt, von sensorischen Reizen, Daten und Beziehungsgeflechten nachhaltig von Sehnsucht nach einer stabilen Basis geprägt ist. Einerseits entwickeln wir fortwährend Techniken, die unsere Aufnahmefähigkeit und Wahrnehmung erweitern. Anderseits suchen wir in Modellen und Erklärungsmustern die Erkenntnisse dieser Forschung unserem Bedürfnis entsprechend in ein festes Bild von der Welt zu integrieren. Diese Konstrukte werden schließlich wieder Grundlage unserer Orientierung.

In Echtzeit aufgezeichnete seismologische Daten, "Wirklichkeit", und assoziative Simulationen, "Fiktionen", mischen die sich ständig verändernde Erscheinung der Formationen. In ihrem Verhalten ähneln die Installationen adaptiven Sinnesorganen: Reizüberflutung dämpft ihre Sensibiltät, in laufende Prozesse wird eingegriffen, der Fokus verschiebt sich, pendelt zwischen nah und fern. Spannungsgesteuerte Muskeln verformen atmend und zuckend die Schichtung.

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Wie Augen auf Lichtbedingungen und Ohren auf Geräuschpegel, passt sich das System nach einer Zeit auf die jeweilige Situation an. Von Seismograph und Geophon relativ zur Umgebungsaktivität registrierte Schwankungen und Erschütterungen erzeugen Unterbrechungen. Pausensignale werden gesendet, die einzelnen Fragmente werden abgebrochen oder gedehnt, neu rhytmisiert, variiert und andere Bewegungsmuster generiert.

Das seismische Pendel folgt dem mikroseismischen Grundpuls der Erde, dem Hintergrundrauschen aus Wellen und Winden, sowie weiter entfernten Erschütterungen und den Verschiebungen der Bodenfläche, die durch Gewicht und Bewegungen der Anwesenden ausgelöst werden. Dateninterpreation und Steuerung des Verhaltens der Maschine erfolgen relativ zur Aktivität, Erschütterungen dämpfen die Aktivität zuerst:

Wie im Halbschlaf, noch leicht nervös und der Umwelt gewahr, nimmt das System das seismische Rauschen der Umgebung auf und pendelt zwischen Anspannung und Entspannung. So vibriert und wartet es, bis es ausgelöst von sich ändernden, seismischen Signalen innerhalb der ihr eigenen, trägen, Zeitspanne reagiert und mit seiner Umgebung interagiert.



Das gesamte Erscheinungsbild und die der mechanischen Muskeln innewohnenden Proportionen folgen intensiven zeichnerischen Untersuchungen von Berg- und Bodenformationen, die auf Reisen und ausgedehnten Wandertouren entstehen. Sie haben ihren Ursprung in der Analyse wiederkehrender Verhältnisse innerhalb dieser Aufzeichnungen.


Studien zur Sehnsucht wurden in Diskussion und Kooperation mit Thomas Laepple (Alfred Wegener Institute for Polar and Marine Research Bremerhaven) entwickelt.
Dateninterpretation, Entwicklung der Hard- and Software Thom Laepple
Fotodocumentation Köln: Phillip Goldbach, Klaus Kleine, Johanna von Monkiewitsch, Malmö: Lars Gustav Midboe,Kopenhagen: Anders Sune Berg
Unterstützung von Entwicklung und Produktion Thom Laepple, Anett Vietzke and Antje Weller. Unterstützung von Produktion: Köln Simultanhalle ; Malmö electrohype.org; Chur Bündner Kunstmuseum;Kopenhagen DenFrie Center of Contemporary Art
Mit der freundlichen Unterstützung von Stefan Niermann igus GmbH DYNALLOY,Katie Uhl Dynalloy, Inc.DYNALLOY, Claudia Röhricht Trocellen GmbH

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Foto: Lars Gustav Midboe Electrohype Biennale Arthall Malmö


self-built Lehmann Seismograph

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Foto: Philipp Goldbach Simultanhalle, Space for Contemporary Art, Cologne


"Ver-Verhältnismäßigkeit" zeichnerische Analyse landschaftlicher Proportionen 2006